Freitag, 31. Oktober 2008
Diskotag
Im Grunde doch ein Schickes Hemd
Hier eins, da eins - vieles kennt
Sich, vieles nicht
Manches hüpft und manches zecht


Einer tratscht der andre guckt
Ein glas rotwein ausgespuckt
Eine dame springt zum schlag
Heut ist wieder discotag

Einer wippt und stuppst den zeh
Sucht dabei ein decoltee
Der andre hats gesehen
Und will gleichmal dazwischenstehen

Einer sucht noch das wc
Bevor er dann nach hause geht
Einer flucht laut setzt zum schlag
Das war mal wieder discotag

Komm pack deine börse ein
Weil Ich geh sicher nicht allein
Komm wir tanzen uns ins grab
Weil Heut ist wieder discotag

nathan nullinger

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der vermieter
Ich habe heute Nacht ganz gut geträumt. Gestern war ich nämlich im Kino - der Baader-Meinhof-Komplex lief in einem der grossen Komerzkinos. Ich finde ja das Stefan Aust sich da ganz gut präsentiert. Immerhin hat er ja auch das Buch dazu geschrieben und mit seiner "Beratung, wie es im Abspann heisst, den Lauf der Geschichte zu seiner Gunsten verändern können. Stefan Aust ist es der bei Ulrike eine Erleuchtung hervorruft und er ist es der ihre Kinder vor der Verschleppung rettet. Dass Herr Aust niemals böse Sachen getan hat ist ganz klar. Auf jeden Fall hat sich bei mir im Film dieses fluchtmotiv derassen eingefressen, dass ich die Nacht dann sogar von meiner eigenen Flucht vor dem Polizeistaat geträumt habe. Ich war eingeschlossen in einer Stadtvilla mit ein paar RAF-Symphatisanten und die"bullenschweine" lauerten uns im Vorgarten auf. Immer wieder fielen Schüsse und ich war natürlich so geistesgegenwärtig und klarköpfig, dass ich mich durch den Hinterausgang in den Garten, in das Gartenhäuschen flüchtete. In Allerbester RAF-Manier versteht sich - ohne Angst und Zweifel. Dort angekommen baute ich mir eine Waffe aus benzin, das ursprünglich für die Rasenmähermaschine gedacht war, ein paar plastikbeuteln und Flaschen. Damit schaffte ich es das Haus in Flammen zu setzen und mich selbst dann durch den dichten Rauch unentdeckt in den Tag zu verflüchtigen. Dort angekommen hab ich meine freundin gebumst.

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Donnerstag, 30. Oktober 2008
Tag eins und seine Geschichte
Heute bin ich in guter Verfassung - ich bin nämlich auch Verdiener und wer verdient ist glücklich. Ich habe einen Job, der mich zwwar nicht erfüllt, der aber ein bisschen Asche (Kohle, Penunsen, Kröten, wie auch immer) in meine magere Haushaltskasse schwemmt. Meine Aufgabe ist es Kafee zu kochen. Das ganze geschieht an der Uni. Also, wenn irgendjemand in diesem elitären Verein einen Vortrag hält braucht er jemanden, der ihm bzw. ihr unter den Arm greift. Meine Aufgabe besteht ausserdem aus Tafelputzen, Beamer Aufstellen und mit Schokokeksen ein paar Servierteller Dekorieren. Vorteil an der Sache ist, dass ich immer umsonst Kaffe und Kekse bekomme. Neulich war einer der Professoren die ich zu betreuen habe bei mir - inkognito wohlgemerkt, ich kannte ihn bis dato nichtmal - und meinte: "Leute wie Du - ihr seit der Bremsklotz am Siegeswaagen der Wissenschaft". Was denkt der sich eigentlich? Wer bin ich denn - der Feuerteufel von Alexandria, oder was? Ich habe doch nichts verbrochen. Ich mache mir ja oft Gedanken darüber wer denn jetzt eigentlich die grössten Pfeiffen überhaupt sind - nur um mich selber in Schutz zu nehmen natürlich. Bei meinen Überlegungen sind mir schon so ein paar üble Gestalten denen ich noch mehr Zewckfreiheit zutrauen würde als mir selbst über den Weg gestolpert . Zum Beispiel gäbe es da Gavrilo Princip - dieser kleine dumme Serbe, der nichts besseres zu tun hatte als 1914 Franz Ferdinand aus nächster Nähe abzuknallen. Damit hat er dann gleich einen Weltkrieg ausgelöst. Manchmal jedenfalls fühl ich mich ähnlich contraproduktiv, wie Gavrilo. Noch einer der vielleicht nicht ganz zu Unrecht als eine der grössten Kröten der Weltgeschichte gelten kann ist - man verzeihe mir mein Dünkel - Genosse Gorbatschov. Der Mann hat es geschafft ein Weltreich zu stürzen. Komisch, oder? Heute wird er von allen für seine einzigartigen Machenschaften betätschelt. Die Hoffnung hege ich ja auch noch, vielleicht wird ja eines tages aus meiner ach so sinnlosen Existenz als Bremsklotz der Wissenschaft ja auch mal ein gefeierter Loser.

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Tag eins
Also aufgepasst - ich bin nicht sonderlich hübsch und auch nicht gross. Ich habe keine guten Noten und besitze kein Auto, ich fahre selten in den Urlaub und sitze meistens vor dem PC, meine Freundin ist mittelklasse und mein Hund pinkelt lieber auf meinen Laminatfussboden, als dass er auf die meine Sozialbauwohnung aufpasst. Ich bin also jemand den du ganz gut kennst; ich bin aber nicht der, der auf deinem kunstledernen Ikeasessel sitzt und sich das gerade durchliest - ich bin immer noch ich. Meine Geschichte erzähle ich Dir hier.

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